Berichte

Erfolgreich das Ende der Schulzeit aber nicht des Lernens erreicht

Erfolgreich das Ende der Schulzeit aber nicht des Lernens erreicht

An der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim wurden nach dreijähriger Ausbildung 63 Prüflinge ins Berufsleben entlassen.

Die gut 60 Absolventinnen und Absolventen erzielten mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,6 ein beachtliches Ergebnis. Fast die Hälfte der Schülerinnen und Schüler erhielten für ihre Leistungen eine Auszeichnung. Insgesamt wurden 18 Preise und 11 Belobigungen für gute und hervorragende Leistungen übergeben. Leistungsbeste wurden der Fachinformatiker Mattis Berlacher und der Umschüler im Fachbereich Elektronik für Betriebstechnik Tobias Zalucky, die beide mit der Traumnote 1,1 bestanden.

Der neue Schulleiter Peter Wöhrle betonte in seiner Laudatio, dass nach drei Jahren harter Arbeit nun zwar das Ende der Schulzeit gekommen sei aber sicher nicht das Ende des Lernens. Die Schritte hinaus der Schule seien für die frisch Ausgebildeten mit Sicherheit schön, aber auch anstrengend und von einigen Unwägbarkeiten begleitet. Peter Wöhrle wünschte allen viel Kraft und Zuversicht für diese Umbruch- und Aufbruchphase im Leben. Er ermutigte die jungen Menschen, sich ihre Neugier an Dinge heranzugehen beizubehalten, denn Neugier sei der Motor, der einen im Leben voranbringe und einen immer wieder aufs Neue aus dem Alltagstrott reiße. Daneben solle man sich aber auch in Achtsamkeit gegenüber sich selbst und der Umwelt üben. Zwar werden manche guten Ratschläge an den Absolventinnen und Absolventen abprallen, aber es sei Teil des Lebens aus Erfahrungen zu lernen und sich zu entwickeln. Der Schulleiter dankte den Lehrerinnen und Lehrern aber auch Ausbildungsleitern, die die Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Jahren immer wieder angetrieben und gefördert haben. Peter Wöhrle wünschte allen viel Erfolg für ihren weiteren Lebensweg.

Erfolgreich durchs Ziel gerudert!

Erfolgreich durchs Ziel gerudert!

An der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim wurden 68 Prüflinge ins Berufsleben entlassen.

Die knapp 70 Absolventen der Berufsschulabschlussprüfung erzielten mit 2,3 einen hervorragenden Gesamtdurchschnitt. Fast die Hälfte der Schülerinnen und Schüler erhielten für ihre Leistungen eine Auszeichnung. Insgesamt wurden 22 Preise und 9 Belobigungen für gute und hervorragende Leistungen übergeben. Leistungsbester wurde der Fachinformatiker Sebastian Schlachter aus Wertheim, der mit der Traumnote 1,1 bestand.

Nach den Anstrengungen der letzten Wochen gebe es etwas mehr Freizeit, aber „Lernen ist wie Ruder gegen den Strom, wenn man damit aufhört, treibt man zurück.“, so Schulleiterin Edeltraud Smolka in ihrer Ansprache. Sie betontein der gemeinsamen Feierstunde, dass die jungen Menschen nun das Ruder in der Hand hielten und selbst entscheiden, wohin sie  künftig paddeln möchten. Sie seien in den vergangen Jahren mit jedem einzelne Ruderschlag dem Abschluss ein Stück näher gekommen, aber sollten nun nicht aufhören zu rudern, denn nur wer gegen den Strom schwimme, komme irgendwann an der Quelle an. Gleichzeitig dankte sie allen „Steuermännern und –frauen“, die die Absolventen im Betrieb und in der Schule antrieben und motivierten.

Die Schulleiterin ermutigte die Absolventen, wieder an die Schule zu kommen, da diese auch interessante Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten biete. So ermöglichen Fach- und Meisterschulen eine weitere Spezialisierung. Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte und die Berufsaussichten für Techniker und Meister sind hervorragend. Der Abschluss beinhaltet die Fachhochschulreife und berechtigt zum Studium an einer Fachhochschule bzw. als Meister auch an der Universität.

Edeltraud Smolka wünschte allen viel Erfolg für ihren weiteren Lebensweg, aber auch die noch anstehenden Prüfungsgespräche der IHK oder des Gesellenprüfungsausschusses.

Danach richtete der junge Fleischerprüfling Rico-Leon Müller einige Worte an alle Anwesenden. Er erinnerte daran, dass dieser Erfolg für die meisten vor drei Jahren nicht denkbar gewesen sei und dankte besonders seinen Klassenlehrerinnen. Die Lehrer und Lehrerinnen hätten einen zwar hin und wieder gequält, aber dennoch seien die vergangenen Berufsschuljahre eine sehr angenehme Zeit gewesen.                                                                   

Berufsbild der Fachverkäufer /-in

Allgemeines Berufsbild der Fachverkäufer /-in im Lebensmittelhandwerk / Bäckerei

 
.. sie ist das Gesicht der Bäckerei.
.. sie kennt die meisten Kunden mit Namen.
.. schon mit der Begrüßung schafft sie eine positive Atmosphäre.
.. sie kennt das gesamte Angebot im Detail.
.. sie weiß mit welchen Zutaten die leckeren Backwaren hergestellt werden.
.. sie kann über die Nährwerte und die gesundheitlichen Aspekte der Bäckereiprodukte Auskunft geben.
.. sie achtet auf höchste Hygiene.
.. sie kann Kundenfragen fundiert beantworten und fachkundig beraten.
.. sie setzt Werbe- und Verkaufsförderungsmaßnahmen um.
.. in der Verkaufspsychologie hat sie gelernt, wie man mit Kunden umgehen sollte.
 
Kein Wunder, dass sie wahre Allroundtalente sein müssen und deshalb sehr gefragt sind.
Wer diesen Beruf ergreift ... braucht sich um seine berufliche Zukunft keine Sorgen zu machen.
 
 
Check dich selbst – bist du zur Fachverkäufer /-in geeignet?
 
  • Ich habe Haupt- oder Realschulabschluss oder Abitur.
  • Im Kopfrechnen bin ich fix und ganz gut.
  • Ich bin offen und aufgeschlossen für Neues.
  • Ich muss mich nicht anstrengen, freundlich zu sein.
  • Der Umgang mit vielen Leuten ist für mich kein Problem.
  • Ich bin handwerklich geschickt, kreativ und dekoriere gerne.
  • Auch wenn´s mal stressig wird, bleibe ich immer freundlich und sachlich.
  • Der Umgang mit hochwertigen Lebensmitteln macht mir Spaß.
  • Hygiene ist für mich kein Fremdwort.
  • Ich kann mich voll auf die Arbeit konzentrieren.
  • Ich arbeite gerne im Team.
 
Wenn du 6 Fragen mit „ja“ beantworten kannst, dann ist „Bäckereifachverkäufer/in“ das Richtige.
 
 
Die Berufsausbildung – was kommt auf dich zu ?
 
Bäckereifachverkäufer /-in ist ein staatlich anerkannter Beruf.
Die Ausbildung erfolgt im dualen System und dauert 3 Jahre. Der Schwerpunkt liegt in der praktischen Ausbildung, die im Ausbildungsbetrieb stattfindet. Hier lernst du alles über den Verkauf, Warenkunde, Herstellungsmethoden, Verkaufstechniken, Werbung und Verkaufsförderung. Hier ist Teamarbeit gefragt – auch mit den Bäcker /-innen.
Der theoretische Teil findet in der Berufsschule statt. Fächer wie Umgang mit Waren, Verkauf und Beratung oder Betriebswirtschaftliches Handeln hören sich neu an – Wirtschafts- und Sozialkunde, Gemeinschaftskunde und Deutsch eher bekannt. Besonders beliebt ist meist der Unterricht in der Backstube bzw. dem Verkaufsraum.
 
 
Gesicherte Zukunft + gute Aufstiegschancen
 
Aufgrund der steigenden Zahl der Filialen ist qualifiziertes Verkaufspersonal gefragt. Das bedeutet sehr viel Verantwortung für eine/n Bäckereifachverkäufer /-in, aber auch hervorragende Aufstiegschancen. Denn wer in der Lage ist, weitestgehend selbstständig „den Laden zu schmeißen“ kann zur/m Filialleiter /-in oder Verkaufsleiter/in aufsteigen und hat als solche/r nicht nur ein gutes Einkommen, sondern auch einen zukunftssicheren Beruf.
Die Akademie Deutsches Bäckerhandwerk ist das Netzwerk der deutschlandweit 8 Fachschulen des Bäckerhandwerkes angehören. Dort kannst du dich z.B. weiterbilden zur / zum:
 
  • Verkaufsleiter /-in im Bäckerhandwerk
  • Filialmanager /-in im Bäckerhandwerk
  • Ernährungsberater /-in im Bäckerhandwerk (Zertifikatsstudiengang)
  • Verkaufstrainer /-in im Bäckerhandwerk
  • Bäckermeister /-in (nach mehrjähriger Berufspraxis in der Backwarenherstellung)
  • Fachlehrer /-in
  • Staatlich geprüfte/r Lebensmitteltechniker /-in
  • Betriebswirt /-in im Handwerk
  • Studium – ohne Abitur (als Bäckermeister /-in)

Mit den eigenen Händen Kreatives und Leckeres schaffen

Mit den eigenen Händen Kreatives und Leckeres schaffen
 
Wir würden es wieder machen: Bäcker- und Metzgergesellen über ihren Beruf
 
Die Schülerzahlen der Fachklassen für Bäcker und Fleischer an der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim sind rückläufig. Der Schule und dem Main-Tauber-Kreis als Schulträger ist es jedoch ein großes Anliegen, diese wichtigen Berufsausbildungsgänge langfristig zu erhalten. Drei nun ehemalige Auszubildende und eine angehende Ausbilderin erzählen im Rahmen einer Gesellenprüfung, warum sie diesen Beruf gewählt haben und warum sie es wieder machen würden.
 
13 angehende Bäckerinnen und Bäcker, acht Bäckereifachverkäufer und Bäckereifachverkäuferinnen sowie sechs Fleischerinnen und Fleischer und sieben Fleischereifachverkäufer und Fleischereifachverkäuferinnen in spe absolvierten kürzlich ihre praktische Abschlussprüfung an der Gewerblichen Schule in Bad Mergentheim. Die Berufe bieten gute Zukunftschancen. So konnte jeder in ein Ausbildungsverhältnis übernommen werden, der sich auf eine Stelle beworben hatte.
Zum Anbeißen lecker: Die fertig ausgebildeten Fleischer an der Gewerblichen Berufsschule Bad Mergentheim können stolz auf das Erlernte sein. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
 
Um acht Uhr morgens wurde unter den strengen Augen der Prüfer mit der Herstellung und Produktion der Back- und Fleischwaren begonnen. Nach fünf Stunden Fleißarbeit präsentierten die Auszubildenden die Ergebnisse ihrer Back- und Fleischerkünste. Bei der Präsentation der Back- und der Fleischwaren konnte zunächst jeder Prüfling etwas zu seinem Gebäck sagen und selbst beurteilen, was seiner Meinung nach gut und was nicht so gut gelungen ist. Dabei wurden die Auszubildenden immer wieder durch Fragen der Prüfer geleitet. Den frisch gebackenen Gesellen stehen ab sofort alle Türen offen: Sie können in ihrem erlernten Beruf arbeiten, die Meisterprüfung anstreben sowie  sich zum Lebensmitteltechniker an einer Fachschule weiterbilden. Nach dem erfolgreich abgelegten Meister oder Techniker kann an einer Hochschule studiert werden .
Praktische Prüfung an der Gewerblichen Schule in Bad Mergentheim: Florian Morschheuser wickelt mit größter Präzision die Wurst zusammen.
 
Florian Morschheuser absolvierte seine dreijährige Ausbildung in der Metzgerei Frankenkrone Morschheuser in Königheim. Eine Filiale der Metzgerei befindet sich in Tauberbischofsheim. Durch seine Familie ist er auf diesen Beruf aufmerksam geworden. „Mein Vater ist Metzger, mein Onkel auch“, berichtet Morschheuser. Er sei die „helfende Hand“ des Familienbetriebes. Einen großen Vorteil sieht er darin, zu wissen, „wo die Wurst herkommt“. Morschheuser mag diesen Moment, „wenn das Essen auf dem Tisch steht“. „Da sieht man, was man geleistet hat.“ Auch mit der schulischen Ausbildung zeigt sich der junge Mann sehr zufrieden. Einmal in der Woche fand der Theorieunterricht an der Gewerblichen Berufsschule in Bad Mergentheim statt, alle vier Wochen kam ein praktischer Tag in der Schule dazu, um die theoretischen Kenntnisse zu vertiefen und anzuwenden. „Man konnte sich im Betrieb darauf vorbereiten, insbesondere auf anstehende Projekte“, sagt er. Die Ausbildung beschreibt er als – wenn auch ab und zu etwas stressig – spaßig und kurzweilig.
 
Fast zehn Jahre ist die Fleischereifachverkäuferin Yvonne Bund nun in ihrem Beruf ausgebildet. Mit freudestrahlenden Augen erinnert sie sich an ihre Ausbildungszeit zurück. „Meine Ausbildungszeit war sehr toll, sehr interessant“, erklärt sie. Gelernt hat sie in der Metzgerei Knab in Gerchsheim. „Ich habe eine sehr gute Ausbildung genießen dürfen“, fügt sie hinzu. Man erfahre viel über die Lebensmittel. Was ist ein ph-Wert? Was ist Eiweiß, was ist Zucker? Was bedeutet Unverträglichkeit? Was kann ich essen, was nicht? „In dieser Zeit lernt man das Kochen und das Putzen“, erinnert sich Yvonne Bund. Beim Verkauf schätzt sie den Umgang und den Kontakt mit den Kunden. Offenheit sei hierbei sehr wichtig, ergänzt sie. Die junge Frau ist in der Metzgerei Müller in Igersheim beschäftigt, das Hauptgeschäft befindet sich in Königshofen. „In diesem Beruf wird einem nicht langweilig. Er ist in jeder Art und Weise interessant“, ist Yvonne Bund überzeugt. Den wichtigsten Vorzug lässt sie nicht unerwähnt: „Alle verkauften Produkte sind handgemacht“, sagt sie. Dass dies im Main-Tauber-Kreis auch in Zukunft so sein wird, ist ihr sehr wichtig. Im nächsten Jahr möchte sie den Ausbildungsschein erwerben. Diesen erhält man nach erfolgreicher zweiwöchiger Fortbildung bei der Industrie- und Handelskammer in Heilbronn. „Ich möchte flexibler werden und mich dafür einsetzen, dass auch in den kommenden Jahren bei uns im Main-Tauber-Kreis ausgebildet wird“, sagt sie und fügt hinzu: „Es wäre total schade, wenn in unserem Kreis in Zukunft keine Fleischer und Fleischereifachverkäufer mehr ausgebildet werden würden.“
 
Sarah Pfisterer arbeitet in der Bäckerei Weber in Königshofen. Im vergangenen Jahr war sie als Ausbildungsbotschafterin in siebten und achten Klassen von Hauptschulen unterwegs. So brachte sie den Schülern den Beruf Bäcker nach bestem Wissen und Gewissen näher. Sie wollte den Schülern mit auf den Weg geben, dass der Beruf „reizvoll“ ist: „Es macht Spaß, zu sehen, was man mit den eigenen Händen so alles herstellen kann“, erzählt sie. Toll sei, wenn man ein Ergebnis präsentieren kann und dieses gelungen ist. Keinen Hehl macht Sarah Pfisterer daraus, dass ein Beruf im Büro nichts für sie wäre. „Ich muss was mit den Händen machen“, sagt sie. Dass ihr der Beruf Spaß macht, sieht man an ihrem Präsentationstisch, der schön bestückt ist. Die schulische Ausbildung hat ihr sehr gut gefallen und auch sehr viel gebracht. „Man hat hier Sachen gelernt, die man im Betrieb gut brauchen kann“, erklärt sie. Freilich müsse man schon in der Nacht arbeiten gehen. Wenn der Beruf Bäcker in der Öffentlichkeit diskutiert wird, denken einige oft: „Ach, in der Nacht arbeiten? Nein, danke.“ Sarah stellt jedoch klar, dass Nachtarbeit gar nicht so schlimm ist. Es brauche nur ein „paar wenige Wochen Eingewöhnungszeit“. Außerdem könne man durch den frühen Feierabend Schlaf am Tag nachholen, „das ist gar kein Problem“. Sie findet den Beruf toll und würde ihn sofort wieder wählen.
Eine frisch gebackene Bäckerin bei der Prüfung: Sarah Pfisterer leistet Maßarbeit bei der Dekoration einer Torte zu einem 750-jährigen Jubiläum.
 
Nils Schweitzer absolvierte seine Ausbildung zum Bäcker in der Bäckerei Steinruck in Dörlesberg. Auf die Frage, wie er denn auf die Idee kam, Bäcker zu werden, gibt er eine verblüffend schlichte Antwort: „Mein Nachbar ist Bäcker. Irgendwann sprach er mich an, ob ich denn nicht Bäcker werden wolle. Da habe ich aus Spaß gesagt: Probieren wir das doch mal aus.“ Das Probieren habe ihm so viel Spaß gemacht, dass er sich dazu entschieden habe, diesen Beruf auch zu erlernen. Eine Besonderheit an der Bäckerei in Dörlesberg ist, dass zusätzlich zum regulären Sortiment auch Bio-Backwaren hergestellt werden. Am meisten erfreut Nils Schweitzer sich am Ergebnis seiner Arbeit. „Man muss keinen Hunger leiden“, sagt er. „Und dass das von mir selbst hergestellt wurde, macht mich stolz. Der Beruf ist auf der einen Seite manchmal anstrengend, auf der anderen Seite macht er auch sehr viel Spaß“. Auf den wöchentlichen Tag an der Berufsschule hat er sich immer gefreut. „ Da hat man auch Spaß, man wird etwas gelockert“, sagt Nils.
Die Prüflinge im Bäckerberuf präsentierten dekorativ und appetitlich ihre „Gesellenstücke“.
 
Text und Fotos: Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Jonas Immel